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Partnersuche: Wieso sich der Bachelor Tobias Rentsch umentschieden hat und was wir daraus lernen können.

Wie man sich für den falschen Partner entscheidet und trotzdem einen passenden finden kann.

Viele Singles haben die Schwierigkeit, den richtigen Partner nicht zu sehen und sich stattdessen für jemanden zu entscheiden, der eigentlich nicht zu ihnen passt. Deshalb möchte ich hier am Beispiel des aktuellen Bachelors Tobias Rentsch aufzeigen, was Gründe dafür sind. Er ist vor kurzem haarscharf an einem solchen Desaster vorbei geschlittert. Seine Geschichte eignet sich deshalb gut als Feldstudie um aufzuzeigen, wie man den richtigen Partner vom falschen unterscheiden kann.

Hintergrundinfo zur Sendung: Der Bachelor

Vielleicht hast du wie ich die Schweizer Ausgabe des „Bachelor“ mit Tobias Rentsch gesehen. Ich schaue manchmal solche Sendungen, weil ich mich für Menschen und ihre Verhaltensweisen interessiere.

Der Bachelor ist für mich ein unterhaltsames Untersuchungslabor für das Sozialverhalten einer bestimmten Menschengruppe. Unter allen Kandidatinnen wurde schnell sichtbar, dass Hülya und Tobias die tiefste Verbindung haben.

Bereits nach dem ersten Einzeldate waren sich viele einig: die passen sehr gut zusammen. Wieso? Ihr Umgang miteinander war natürlich und leicht. Sie fühlten sich sichtlich wohl in der Nähe des anderen und keiner musste sich verstellen, um dem andern zu gefallen.

Am Ende im grossen Finale hat sich Tobias dann für Natalie entschieden. Natalie ist jung, hübsch und sportlich. Und Tobias war überzeugt, dass sie die Richtige für ihn ist. Normalerweise versucht das Gewinnerpaar jetzt eine Beziehung zu leben. Aber dieser Bachelor machte etwas, was vor ihm noch keiner tat.

In der rückblickenden Sendung nach der letzten Rose folgte die grosse Überraschung: Der Bachelor will nun doch lieber mit Hülya zusammen sein. Für mich zeugt das von einem reifen Menschen, der lebt was er fühlt. Einer, der sich nicht in ein Sendeformat pressen lässt. Er nahm sich die Zeit um noch einmal in sich zu gehen, um am Ende doch noch seinem Herzen zu folgen. Ein mutiger Schritt, den vor ihm keiner wagte, auch wenn es in der Vergangenheit ähnliche Situationen bei anderen Bachelors durchaus gegeben hat.

Warum der WKW-Effekt zum falschen Partner führt

Der Bachelor ist bei seiner ersten Wahl auf etwas hineingefallen, was ich den Wahnsinn-Kribbeln-Wow-Effekt (WKW-Effekt) nenne. Er äussert sich dadurch, dass wir uns von extremen Gefühlen einem Menschen gegenüber angezogen fühlen. Faszination, Schwärmerei und eine innere Aufregung sorgen dafür, dass die Emotionen hochschnellen. Man kann kaum noch atmen in der Gegenwart des anderen und weiss nicht mehr, wo einem der Kopf steht. Aber was steckt dahinter?

Wir sind fasziniert von dem, was wir nicht haben. Es ist das, was wir insgeheim selber gerne hätten. Wir bewundern den anderen dafür und holen diese Eigenschaft über den Partner in unser Leben.


Der WKW-Effekt und das Selbstbewusstsein

Wenn eine Frau wenig Selbstbewusstsein hat, so kann sie fasziniert sein von einem Mann, der dieses Selbstbewusstsein lebt.

Sie bewundert einen Mann, der nie um ein Wort verlegen ist, der die Augen auf sich zieht und gerne im Mittelpunkt steht. In dem sie seine Partnerin wird, bekommt sie etwas vom Kuchen ab und fühlt sich dadurch selbstbewusster.

Diese Partnerschaft funktioniert nur gut, solange die Frau wenig Selbstbewusstsein hat. Wenn sie aber den Wunsch hat, selber selbstbewusst zu sein, kollidiert das mit der Beziehung.

Diese Beziehung gründet auf einer Kompensation. Die Basis der Beziehung ist, dass sie das Selbstbewusstsein des Partners anhimmelt und er ihr dafür eine starke Schulter anbietet. Dadurch entsteht eine gegenseitige Abhängigkeit.

Möchte sie selbst mehr Selbstbewusstsein und innere Stärke haben, gefährdet das die Beziehung. Denn, wenn sie es schafft selbstbewusst zu werden, wird das der Beziehung nicht gut tun. Denn die Qualität, für den sie ihren Mann bewundert hat, ist nicht mehr attraktiv und sie weiss nicht mehr, was sie eigentlich an ihm findet. Dann wird aus bewundernswert schnell langweilig.

Im übertragenen Sinn hat Tobias etwas Ähnliches erlebt. Er mochte Hülya und war fasziniert von Natalie. Wieso? Ein typischer Fall vom WKW-Effekt! Er war fasziniert und begeistert von der schönen Natalie. Dies sind sehr laute Gefühle. Sie sind wirken intensiv und dadurch fühlt man sich sehr lebendig. Jedoch können sie sich schnell in heisse Luft verwandeln, weil wir an einer Eigenschaft von der Person fasziniert sind und nicht am Menschen selber. In Hülya hat er eine gemeinsame Tiefe. Dies ist die Basis für eine langfristige und gute Beziehung, jedoch auf den ersten Blick nicht so spektakulär.

Zusammenfassend, könnte man sagen: Wenn wir uns einen Partner mit WKW-Effekt aussuchen, so laufen wir Gefahr, unsere einen Wünsche in ihn hinein zu projizieren, statt selber zu wachsen.

Das Antiserum: Wie du als Persönlichkeit wachsen kannst

Es gibt eine schöne Möglichkeit, wie wir den WKW-Effekt umgehen können. Wir können den WKW-Effekt nutzen, um etwas über uns selber zu lernen.

Dazu eine Übung:

  1. Mach dir eine Liste. Frage dich, was du dir von deinem Traummann/deiner Traumfrau wünschst. Dies funktioniert übrigens auch, wenn man einen Partner hat. Für Paare lautet die Frage: Was wünsche ich mir von meinem Partner, was er/sie nicht hat. Was gibt er/sie mir zu wenig? Was bekomme ich zu wenig?
  1. In einem nächsten Schritt nimmst du die Liste und schaust das ganze so an, als wäre es eine Wunschliste an dich selber. Denn nichts anderes ist es. Damit hast du einen guten Überblick über deine unbewussten oder halbbewussten Wünsche, wie du eigentlich gerne wärst. Einige werden dir klar sein und andere werden dich vielleicht überraschen.

Das ist sehr wertvoll! Wenn du weißt, welcher Wachstumsschritt bei dir gerade ansteht, dann weißt du, was dir in deinem Leben noch fehlt um glücklich zu sein. Du kannst dich aufmachen deine Wünsche zu verwirklichen. Du bist nicht mehr abhängig von den Launen und Eigenschaften der anderen. Du nimmst dein Leben in die Hand und beginnst zu leben, ohne es von einem eventuellen Partner abhängig zu machen. Wenn wir mit uns selber zufrieden sind, so können wir die anderen lassen wie sie sind. Und das ist sexy. Damit haben wir eine positive Ausstrahlung und ziehen die Menschen an, die wirklich zu uns passen.

Das Geheimnis der guten Partnerwahl liegt in der Tiefe

Menschen auf gleicher Wellenlänge schwingen ähnlich. Eine Schwierigkeit daran ist, dass der Kontrast zum anderen nicht so gross ist. Das fühlt sich im ersten Moment nicht so spektakulär an wie jemand, der ganz anders schwingt. Tiefe Verbundenheit und wortloses Vertrauen sind nicht so laut, wie Faszination und Schwärmerei.

Typische Anzeichen für Tiefe sind:

  • Sich mit dem anderen einfach wohl und geborgen zu fühlen
  • zusammen schweigen zu können ohne dass es peinlich ist
  • das Gefühl zu haben „ich kann einfach so sein wie ich bin.“

Viele verwechseln Tiefe mit Emotionalität. So ist auch Tobias der Irrmeinung zunächst auf den Leim gegangen, dass die intensiveren Gefühle wohl die „richtigeren“ sind: Vielleicht hat er sich gedacht: „ich bin nicht so verliebt in Hülya wie in die Natalie, weil die Gefühle zu Natalie sich intensiver anfühlen.“

Doch Tobias ist ein feinfühliger Mensch und er hat, die Zeit nach der letzten Rose genutzt um zu merken, dass es die tieferen Ebenen sind, auf die er aufbauen kann. Die Verbundenheit von zwei Menschen, welche auf einer gemeinsamen Ebene schwingen, ist eine solide und wunderbare Basis für eine lange und glückliche Beziehung.

Ob die beiden es trotz all dem Medienrummel schaffen, ein richtiges Paar zu werden, das wird sich zeigen. Die Chance dazu ist auf jeden Fall da.

Fazit: Achte auf die stille Verbundenheit statt auf grosse Wow-Effekte.

Was wir daraus lernen können: Es ist wichtig darauf zu achten, bei welchen Menschen du dich wohlfühlst. Lass dich nicht blenden vom Wahnsinns-Kribbel-Wow-Effekt.

Blicke hinter den WKW-Vorhang und frage dich stattdessen:

  • Kann ich mit dem Menschen schweigend auf einer Parkbank sitzen, ohne dass ich das Gefühl habe, etwas bieten/leisten zu müssen?
  • Kann ich so sein, wie ich bin und mich dabei ganz natürlich verhalten? Ist da eine Ebene der Verbundenheit, die von einem unerklärlichen Vertrauen in den anderen herrührt?

Wenn ja, dann sind dies gute Hinweise, dass es sich hier um einen Menschen handelt, der die grosse Liebe werden könnte.

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